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Best of – Nur das Beste

Die Chorgemeinschaft Schnaittach, der Männergesangverein Frankonia Herpersdorf und der Singekreis Buttenheim beschwören den Frühling in einem Konzert in der Mittelschule Schnaittach.

Oh ja! Der Frühling ist echt zu spüren: Büsche, Bäume und Blumen blühen, der Rasen grünt, die Kleidung wird luftiger, die Gesichter entspannt. Ebenso drinnen, in der Aula der Mittelschu-le Schnaittach. Junge Birken schmücken die Bühne für die Chöre als Begrenzung. Ein pas-sender Rahmen für fröhliche, herzerfreuende Musik aus über drei Jahrhunderten.

Die Vorsitzende der Chorgemeinschaft Schnaittach, Birgit Bauer, freute sich über ein nahezu volles Haus, in dem sie neben den beiden Schnaittacher Bürgermeistern auch den Kreischor-leiter des Sängerkreises Hersbruck Thomas Witschel und den stellvertretende Sängerkreis-vorsitzende Heinrich Bodendörfer begrüßen konnte, die gespannt dieser Reise durch die Wunderwelt der Musik lauschten.
So heißt auch der Titel, mit dem die Chorgemeinschaft Schnaittach den Liederreigen einleitet: „Die Wunder dieser Welt“. Pastellgrüne und orangefarbene Schals geben dem feierlichen Schwarz der Kleidung einen beschwingten Farbtupfer, und Chorleiter Matthias Apolczers lau-nige Ansagen vermitteln von Anfang an eine dazu passende, heitere Stimmung. Für seinen Kollegen Dr. Reinhard Stang vom Singekreis Buttenheim, einem früheren Zahnarzt, lässt er gleich mit wuchtigem Einsatz das richtige Willkommenslied anstimmen: „Über sieben Brücken musst du gehen“. Das herrlich schräge „Always look on the bright side of life“ bildet den Abschluss der ersten Runde.
Im Anschluss formiert sich ein seltenes Bild in heutigen Tagen - der Männergesangverein Frankonia Herpersdorf, tatsächlich lauter gestandene Mannsbilder. Die meisten Zuhörer wer-den ihnen schon zu diesem frühen Zeitpunkt gerne beipflichten, als ihre kräftigen Stimmen im Refrain von „Tagen wie diesen“ intonieren „…und kein Ende ist in Sicht!“ So kann es weiter-gehen!
Das tut es auch, wenn nun auch vom Singekreis Buttenheim ein wenig getragener und leiser und dennoch frohen Herzens, was vor allem in Gerhard Hauptmanns „Geh aus mein Herz und suche Freud“ deutlich wird, einem Lied, das er kurz nach den Schrecken des 30jährigen Krieges geschrieben hat, um den geschundenen Seelen Mut einzuflößen. Und das trägt noch über den Abgrund von mehr als dreihundertfünfzig Jahren.
Frank Pitterlein hat den Text wohl gekannt, denn die darin besungenen Nachtigallen, die hat der Erste Bürgermeister Schnaittachs schon in seiner Begrüßung beschworen und betont, dass Schnaittach über das ganze Jahr viel hochwertige und abwechslungsreiche Kultur bietet, wenn das auch vielleicht noch nicht in jedermanns Bewusstsein angekommen ist.
Nach der Pause spannt sich der musikalische Bogen weiterhin durch die Jahrhunderte, nimmt die Zuhörenden mit, spannt sie ein, lässt sie gar im Takt mitwiegen und klatschen. Die Melodien bleiben abwechslungsreich; die Wenigsten hätten wohl den Männerstimmen des MGV Herpersdorf so zarte Melodien wie „Kann es wirklich Liebe sein“ aus dem „König der Löwen“ oder „Ich wollte nie erwachsen sein“ von Peter Maffay zugetraut oder der Chorge-meinschaft so fetzige Töne wie den 50er-Jahre-Rock’n’Roll-Titel „I will follow him“, der in den 90er Jahren als Filmmusik ein Revival erlebte.
Als dann gar alle drei Chöre mit dem Auditorium das finale Frankenlied anstimmen, braust es gar gewaltig durch die hohe Halle. Die nachhaltig geforderte Zugabe, das gefühlvoll von der Chorgemeinschaft vorgetragene „Va Penciero“ aus „Nabucco“, bringt Angela Zinner aus Großbellhofen noch zum Umentscheiden: „Dieses Lied ist jetzt für mich heute Abend das schönste!“ Ihrem Lob schließt sich Chorleiter Apolczer an: „Die Chöre haben prima durchge-halten, sich noch gesteigert, und das Publikum war erste Sahne“.

Text und Fotos: Vinzenz