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5 Tage Konzert- und Erlebnisreise in die Steiermark

Auf Einladung eines steirischen Kulturvereines zu Begegnungskonzerten in der Steiermark gründete sich unter der Regie des Fränkischen Sängerbundes im Januar dieses Jahres ein Projektchor aus 58 Sängerinnen und Sänger aus den Gesangsvereinen Sängerliebe Weißenbrunn, dem gemischten Chor des MGV Gersdorf, unterstützt durch einzelne Sängerinnen und Sänger aus dem Sängerkreis Hersbruck (Vorwärts Leinburg, Frohsinn Röthenbach, Selnecker Kantorei Hersbruck, MGV Offenhausen und MGV Entenberg). Die Leitung übernahm Günther Kuhn, Chorleiter der Sängerliebe Weißenbrunn und MGV Gersdorf, der in mehreren gemeinsamen Chorproben die Sängerinnen und Sänger auf die geplanten Auftritte vorbereitete, sodass die 5-Tagesfahrt in die Steiermark über die Pfingstfeiertage mit zwei Bussen und einem guten Gefühl der Vorbereitung angetreten werden konnte.

Die österreichische Gastlichkeit spürten die Reisenden bereits bei ihrem ersten größeren Zwischenstopp in Wartberg/Krems, der Partnergemeinde der Gemeinde Leinburg, wo sie vom dortigen Bürgermeister Franz Karlhuber herzlich willkommen geheißen wurden, bevor die Fahrt mit Ziel Graz weiter ging. Graz war dann auch der Ausgangspunkt für verschiedene Ausflüge und Auftritte. Für das gegenseitige Kennenlernen und Kameradschaft war es gut, dass alle gemeinsam in einem Hotel untergebracht war. Wer Graz kennenlernen möchte, muss eine Stadtbesichtigung zu Fuß machen, bei der die Altstadt durchstreift wird und im Vorbeigehen Anschauungsunterricht in Romantik, Gotik, Renaissance, Barock, Historismus und Jugendstil vermittelt wird. So tat es auch die in mehreren Gruppen aufgeteilte Reisegruppe und ließen sich von den Stadtführern in der Altstadt durch repräsentativen Höfe für den Adel, Kloster- und Arkadenhöfe mit urigen Gaststätten, zum Priesterseminar, Grazer Burg, Doppelwendeltreppe, Dom und Rathaus führen, um nur einige Sehenswürdigkeiten zu nennen. Und immer wieder stößt man auf die Gegensätze, einerseits das alte Historische und andererseits auf zeitgenössischer Architektur, wie z.B. dem Grazer Kunsthaus oder die schwimmende Insel auf der Mur. Tradition und Moderne miteinander zu verbinden wird in Graz sicher beherrscht, was ausschlaggebend war, dass die Grazer Altstadt von der UNESCO 2011 zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Mitten in der Stadt auf einen grünen Hügel, dem Schloßberg, erhebt sich die früher wehrhafte Festung mit düsteren Verliesen – heute ein einladender Erholungsraum auf dem das Wahrzeichen von Graz steht; der Glockenturm mit der gewichtigen „Liesl“ und der Uhrturm. Und hat man mal die 260 Stufen über den Schoßbergsteig hinauf zum Schloßberg geschafft, bietet sich ein herrlicher Blick über die Grazer Altstadt und das Panorama der Umgebung. Am Abend kam es dann in den Räumen der Brauerei Puntigam zu einen musikalischen Vesper der Chöre aus den Sängerkreisen Schweinfurt, Erlangen-Forchheim, Euskirchen aus der Eifel sowie dem Projektchor Sängerliebe Weißenbrunn und MGV Gersdorf. Zwischen den verschiedenen Mahlzeiten trug jeder Chor eine Auswahl seiner Lieder vor und am Ende sangen alle Chöre zusammen mit rund 200 Sängerinnen und Sängern das Abschiedslied „Wiedersehen ist ein schönes Wort“.

Es war geplant, dass jeder Chor am Pfingstsonntag jeweils in einer anderen Kirche einen Gottesdienst mitgestaltet. Für die Sängerliebe Weißenbrunn-MGV Gersdorf war es die Pfarrkirche St. Leonhard in Graz, deren Ursprung auf das 15.Jhrd. zurückgeht und die 1961/62 um einen achteckigen Erweiterungs-bau mit Antikbuntglas durchlichteten Seitenwänden erweitert wurde. Dieser neue Chorraum hatte eine sehr gute Akustik, sodass die vom Chor vorgetragenen und in den Gottesdienstablauf eingebundenen Lieder einen festlichen Pfingstgottesdienst ergaben.

Am Nachmittag stand das Gesellige auf dem Programm – eine Fahrt in das Weinbaugebiet der Südsteiermark – ins „Steirische Himmelsreich“ - mit Besuch einer typischen Buschenschänke. Auf der Fahrt dorthin durch die hügelige Weinstraße, auch die „Toskana“ Österreichs genannt, säumten viele Felder mit Ölkürbissen, aus denen das Kürbiskernöl – das „grüne Gold“ der Steiermark gewonnen wird, den Weg. Viele kleine Weinfelder an den Hängen ehemals erloschener Vulkane prägen das einmalige Landschaftsbild und auf der Grenzstraße entlang hat man einen herrlichen Blick über die Grenze hinweg bis weit nach Slowenien hinein. Viele idyllische Buschenschänken, Streuobstwiesen, Mischwälder und Klapotetze (Windräder mit Schlaghämmer aus Holz zum Vertreiben der Vögel aus den Weinbergen) betten sich harmonisch in die einzigartige Hügellandschaft. In einer Buschenschänke gab es die Qual der Wahl, welchen Wein aus der Region man zur Brettljause verkosten sollte. Typisch für die Region ist der „Schilcher“, der von der Mineralik des Bodens (Schiefer- und Muschelkalkböden) geprägt ist und aus der „Blauen Wildbacher“ Traube gekeltert wird. Stimmung kam auf, als Günther Kuhn seine Quetschen zur Hand nahm und flott aufspielte. Ein weiterer Abstecher führt zu einer anderen Buschen-schänke am Eory-Kogel mit der größten Weintraube der Welt. Das aus Edelstahl und verschmolzenen Glas geformte Denkmal versinnbildlicht die Existenzgrundlage der Region. Bei genauerem Hinsehen erkennt man 365 Perlen für die Tage des Jahres, 52 Teile (50 Blätter, Stamm und Traube) für die Wochen im Jahr, 31 kleine Blätter symbolisieren die Tage des Monats, die 12 mittelgroßen Blätter die Monate und schließlich die 7 großen Blätter die Wochentage.

Der Pfingstmontag stand zur freien Verfügung bzw. es bestand die Möglichkeit, das am Rande des Stadtzentrums von Graz liegende Schloss Eggenberg zu besuchen, was auch viele nutzten. Das harmonisch geprägte Schloss, ab 1625 von Fürst Hans Ulrich von Eggenberg erbaut, ist mit einem prachtvollen Planetengarten, Rosenhügel und Schlosspark umgeben, in dem besonders attraktiv die majestätisch schreitenden Pfaue zu bewundern waren. Bei einer Führung durch das Innere der 24 Prunkräume konnte man die damalige Weltgeschichte in der Barockzeit an den gut erhaltenen Wand- und Deckengemälde nachverfolgen. Am Nachmittag dann das Highlight der Reise, das Chorbegeg-nungskonzert mit einem einheimischen Chor sowie dem Doppelquartett des steirischen Jägerchores. Die ausgewählten Lieder der beteiligten Chöre begeisterten die Zuschauer. Das anschließende gemeinsame Abendessen und gemütliches Beisammensein der Chöre beendete offiziell die deutsch/steirische Chor-begegnung. Insgesamt konnte der Projektchor bei dieser Reise sein Können mit einer breiten Auswahl gut eingeübter Liedern unter der Leitung von Günther Kuhn unter Beweis stellen. Auf der Heimfahrt am nächsten Morgen wurde nochmals im Benediktinerstift Admont Rast gemacht, bevor die Gruppe am Abend wieder Gersdorf und Weißenbrunn mit vielen positiven Eindrücken von der Steiermark erreichte. Damit ging die gut organisierte 5-Tagesfahrt zu Ende.

Helmuth Arneth