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Musikalische Reise in drei Donauländer

119 Sängerinnen und Sänger aus Unter-, Mittel-, Oberfranken und der nördlichen Oberpfalz, zusammen aus drei Projektchören aus dem „Sängerkreis Hersbruck, der „Sängerliebe Weißenbrunn und der „Chorakademie des fränkischen Sängerbundes“ aus Weißenohe waren sechs Tage auf der Donau unterwegs mit musikalischen Auftritten in Wien, Esztergom, Budapest und Stift Melk. Initiator dieser Reise war der Fränkische Sängerbund.
Die Anfahrt zum Flusshafen nach Passau, zum Startpunkt der Reise erfolgte wegen der großen Teilnehmerzahl mit drei Bussen aus verschiedenen Sängerkreisen. Nach der planmäßigen Einschiffung konnte die musikalische Reise beginnen.  Der Kapitän und die Schiffsbesatzung der DCS Amethyst begrüßte die Reisenden mit einem Cocktail bevor die anschließende obligatorische Seenotrettungsübung durchgeführt wurde.  Das erste Ziel war Wien das nach der Durchfahrt von neun Schleusen und gemütlicher Fahrt durch die Nacht am nächsten Morgen nach dem Frühstück erreicht wurde. Die Innenstadt von Wien wird von mehreren Ringen hufeisenförmig umschlossen, die bei der Stadtrundfahrt nacheinander abgefahren wurden. Ausgehend von der Donauinsel und weiter ins Stadtzentrum waren die Prachtbauten aus dem 19.Jhrd. wie das Burgtheater, die Staatsoper, das Parlament – um nur einige zu nennen – zu bewundern. Viele davon in der Zeit der Habsburger, die  Wien nach dem Sieg über die Türken auf den Kahlenberg  über mehrere Jahrhunderte zu ihrem Mittelpunkt machten und Wien zu neuem Aufschwung verhalfen. Das Wirken von Haydn, Mozart, Beethoven und Strauß verdankte Wien einst den Ruhm, eine der bedeutendsten klassischen Musikmetropolen der Welt zu sein. Neben den zahlreichen Kulturbauten prägen heute moderne Gebäude wie der 252m hohe Donauturm oder das UNO-City-Gebäude das heutige Wien und verbinden den Charme vergangener Epochen wohltuend mit moderner Architektur. Auch das Hundertwasserhaus zählt zu den architektonischen Highlights Österreichs und gehört mit zu einem Wienbesuch. Heute ist die ehemalige Kaiserstadt das Eingangstor zwischen West- und Osteuropa.

Erster Auftritt des Chors im Stephansdom

          Plakat Stephansdom 1024 x 768                Zertifikat Stephansdom 1024 x 768                   Wien 1 1

Chorleiter 1 1Neben all den historischen Prachtbauten hebt sich der Stephansdom als das bedeutendstes Bauwerk von Wien ab. Hier hatte der Projektchor seinen ersten großen Auftritt. Unter der Leitung von Dr. Gerald Fink (Bundes-Chorleiter) und Thomas Witschel (Sängerkreis-Chorleiter) an der Orgel wurde die Messe „Missa Quattuor-decim Auxiliatorum“, auch als Vierzehnheiligenmesse bekannt,  aufgeführt. Vorausgegangen waren mehrere Chorproben der Sängerinnen und Sänger aus den verschiedenen Sängerkreisen des fränkischen Sängerbundes, die das Werk getrennt voneinander einstudiert hatten. Das Werk wurde von Dr. Gerald Fink extra für die Basilika Vierzehnheiligen komponiert und dort erstmals 2010 uraufgeführt. Es beginnt mit dem „Kyrie“ dem das klangvolle „Gloria“ folgt, weiter dann das „Sanctus“ und zum Schluss „Agnus Dei“. Ein insgesamt klanggewaltiges Werk, vorgetragen vor  vielen Zuhörern.  Bis es mit dem Schiff weiter nach Budapest ging,  war für die Teilnehmer noch genügend Zeit, bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen das ein oder andere Wiener Kaffee zu genießen.

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Esztergom und Fahrt durchs Donauknie                                                               

Am nächsten Tag in der Früh legte das Schiff in Esztergom/Ungarn an und von der Anlegestelle war bereits die Burg und die mächtige Basilika zu sehen. Es ist die größte Kirche Ungarns, die auf einer Bergkuppe über dem nördlichen Teil des Donauknies steht. Gleichzeitig das Wahrzeichen der Stadt hat sie das größte, weltweit einzige auf Leinen gemalten Altarbild - ein Meisterstück im klassizistischen Stil. Durch ihre imposante Größe und ihrer gewölbten Decke weckt sie nicht nur die Aufmerksamkeit der Besucher sondern hat auch eine ausgezeichnete Akustik. Bei zwei Chorvorträgen „Lobsinget Gott dem Herrn“ und „Dona nobis pacem“ im Altarraum unter der Leitung von Günther Kuhn war die Akustik so richtig zu hören. Nach der Besichtigung der Basilika führte für die meisten die Fahrt mit Bussen weiter entlang der malerischen Landschaft des Donauknies, den schönsten Teil des Donautals in Ungarn. Das zwischen Esztergom und Budapest liegende Tal wird auch häufig als die ungarische Wachau bezeichnet. Während der Fahrt war viel  Interessantes vom Land und den Leuten entlang des Tales zu erfahren. Wandern, Radfahren, Wassersport und Wellness ist hier in der Urlaubszeit angesagt. Bei der Durchfahrt von Visegrád erzählte der Reiseleiter, dass Visegrád zwar die kleinste Stadt Ungarns ist, aber aufgrund seiner geografischen Lage nicht nur für die Römer, sondern auch für die ungarischen Könige von Bedeutung war. Von der ehemaligen Burg und militärischen Befestigungsanlage, in der 1465 der berühmte Vlad Tepes – auch als Graf Dracula bekannt – ein Gefangener war, sind heute nur noch Reste übrig. König Karl I. begann im Jahr 1320 mit dem Bau des heutigen Königspalastes, der wenige Jahre später zum Sitz des königlichen Hofes wurde. Ca. 20 km nördlich von Budapest direkt an der Donau liegt die Stadt Szentendre, eine serbische Enklave in Ungarn. Schmale Gassen, kleine Innenhöfen und barocke Gebäude prägen das Stadtbild der ehemaligen wohlhabenden Bürger. Kurz darauf wurde Budapest erreicht.

Die Donau teilt Budapest in die Stadtteile Buda und Pest und Konzert in der St. Michael KircheBudapest 1Budapest 3Budapest 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Donau teilt Budapest in die Stadtteile Buda (rechts der Donau) und Pest (links der Donau). Mit dem Bus ging es hoch zum Burgberg mit seinem Burgviertel, dem wohl schönsten und bekanntesten Teil von Budapest. Es ist nicht nur der imposante Burgpalast der die Besucher anzieht, sondern die  auf dem zentralen Platz stehende Pestsäule, die Matthiaskirche – die wohl schönste Kirche von Budapest. In ihr wurde Kaiser Franz Josef und Elisabeth (Sissi) zu König und Königin von Ungarn gekrönt-  und der Kirche gegenüber das ehemalige Rathaus von Buda. Im Norden der Matthiaskirche wird der Burgberg von den Mauern der Fischerbastei umfasst. Mit zahlreichen Treppen, Türmen und Zinnen sowie Reste der alten Stadtmauer erinnert sie mehr an eine mittelalterliche Burg. Von hier oben aus hat man eine traumhafte Aussicht über den Stadtteil Pest und auf das am Donauufer liegende ungarische Parlamentsgebäude, mit über 268m Länge und 691 Zimmern das größte Bauwerk Ungarns. Die Stadtrundfahrt durch den Pester Teil führte vorbei an imposanten Gebäuden, Wohn- und Geschäftshäuser und je näher man sich den Heldenplatz mit der 36m hohen Säule des Erzengel Gabriel  näherte, umso mehr prägen die Villen und Botschaften das Stadtbild. Gegen Abend veranstaltete der gesamte Chor ein Konzert in der St. Michael Kirche, die in Budapest wegen ihrer guten Akustik bekannt ist. Den Zuhörern wurde eine bunte Mischung von weltlichem und geistlichem Gesang geboten. Deutsche  Volkslieder, unter anderem das bekannte „Frankenlied“ und „Muss i denn zum Städtele hinaus“, die unter  der Leitung von Thomas Witschel vom Projektchor des Sängerkreises  Hersbruck vorgetragen wurden. Der Projektchor der Sängerliebe Weißenbrunn und MGV Gersdorf unter Leitung ihres Chorleiters Günther Kuhn gaben  einige Stücke ihres umfangreichen Repertoires zum Besten. Hierzu zählen z.B. „Mashiti“ ein afrikanisches Lied, „Abendruhe“ und „Tebe Pajom – O Herr gib Frieden“. Und zum Schluss folgte zusammen mit allen Chören unter der Leitung von Dr. Gerald Fink die stimmgewaltige Vierzehnheiligenmesse und „Lobsinget Gott dem Herrn“. Als am Abend das Schiff Budapest wieder verließ, waren alle bekannten Bauwerke hell angestrahlt und besonders das Parlament mit seinen 365 Türmchen, die Fischerbastei oder der Burgpalast waren  tolle Fotomotive.

Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei  

Am nächsten Tag gegen Mittag legte das Motorschiff in Bratislava, der Hauptstadt der Slowakei an. Bei einem Stadtrundgang wurden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Stadtkern besucht , wie das Alte Rathaus mit dem Rolandsbrunnen, das Michaeltor - das einzige noch erhaltene Tor der alten StadtGaffer 1024 x 768befestigung aus dem 14. Jhrd.-, das Primatialpalais, die Kathedrale „Unserer Lieben Frau und des heiligen Adalbert“  in der die Krönung Maria Theresia zum König von Ungarn stattfand. Die meist fotografierten Objekte sind mit Sicherheit die Figur des schönen Ignatius, welcher  in der ersten Hälfte des 20. Jhrd. lebte und durch seine Eleganz und Gutherzigkeit ein nicht wegdenkbarer Bestandteil in den Cafés von Bratislava war. Sowie eine Männergestalt aus Bronze, der Gaffer, der aus einem Kanalschacht herausschaut und das Treiben der Leute beobachtet.
Gegen Spätnachmittag waren wieder alle an Bord und das Schiff verabschiedete sich von Bratislava und nahm Kurs auf Spitz in Österreich, das frühmorgens erreicht wurde.  Auf dem Programm stand die musikalische Begleitung der  Messe in der Kirche von Stift Melk, bei der wieder die Vierzehnheiligenmesse und „Lobsinget Gott dem Herrn“ von allen Sängerinnen und Sängern gesungen wurde. Die anschließende Führung durch das Museum vermittelte einen guten Eindruck über die geschichtsträchtigen Jahrhunderte des Stiftes. In der in den Museumsräumen integrierten Bibliothek mit Werken aus dem 16. Jhrd. bis in die Gegenwart sind ca. 100.000 Bände aufbewahrt. Zurück zum Schiff liefen die Vorbereitungen zum Kapitäns-Abschieds-Cocktail und  festlichen Galadinner. Es war auch langsam Zeit, sich auf das Ende einer interessanten Reise vorzubereiten, bei der auch Kontakte zu Sängerinnen und Sängern aus anderen Sängerkreisen geknüpft wurden.  Als am nächsten Morgen Passau erreicht wurde, standen die Busse bereits bereit, um wieder alle an ihren Ausgangspunkt zurück zu bringen. Eine schöne abwechslungsreiche Reise ging zu Ende und manch einer wird sich schon Gedanken gemacht haben, wo es vielleicht in zwei Jahre hingehen könnte.

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Kloster Melk 4

 

Kloster Melk 5

 

Kloster Melk 2

 

 

 

 nach Helmuth Arneth